In Graz wird zurzeit rund um die Uhr gekehrt, um den Rollsplitt zu entfernen. Dabei wird zwar der sichtbare Staub reduziert; im Kampf gegen den gesundheitsschädlichen Feinstaub bringt das aber kaum etwas.
Wenn es im Winter so mild wird wie jetzt, wird der Splitt weggekehrt; schneit es, wird wieder gestreut. Dieses Wechselspiel trat im heurigen Winter bereits fünf Mal in Kraft.
Splitt verursacht keinen Feinstaub
Zurzeit nutzt man die milden Temperaturen, um den ärgsten Staub mit Wasser wegzukehren, sagt Günther Volkmer von den Grazer Wirtschaftsbetrieben:
"Der Splitt verursacht natürlich Staub, wenn auch keinen Feinstaub. Und das warme Wetter nutzen wir natürlich, um viel zu kehren."
Gesundheitsstadträtin fordert Nullstreuung
Pro Tag werden in Graz zurzeit etwa fünf Lkw-Ladungen Splitt beseitigt. Das sei zwar besser als nichts, im Grunde aber eher ein psychologischer Effekt, meint die KPÖ-Gesundheitsstadträtin Wilfriede Monogioudis. Gegen den Feinstaub würde nur ein tageweises Fahrverbot und ein Streu-Verbot in den 30er-Zonen helfen.
"Was wir im Winterdienst tun können, ist eine Nullstreuung; dazu müsste aber die Wegehalter-Haftung geändert werden", so Monogioudis.
Dauert wohl noch Jahre
Das würde heißen, dass die Stadt bei Unfällen auf ungestreuten Straßen nicht mehr haftet. Der Grazer Stadtsenat ist zwar einstimmig für eine solche Änderung - doch bis eine solche in Kraft treten könnte, können noch Jahre vergehen.
Sisyphus-Arbeit gegen den Feinstaub

