MICHAEL PECH, GERALD WINTER
Nach den ausgiebigen Feiern zu den Weihnachtsfeiertagen sind nicht nur die wohlgenährten Bäuche voll, sondern auch die Mülltonen, Papier- und Glascontainer. Die nicht mehr gebrauchten Geschenksverpackungen vom Heiligen Abend müssen ja auch wieder entsorgt, die leeren Flaschen und der restliche Müll weggeschafft werden.
15 Prozent mehr. "Im Dezember haben wir sicher allein zehn bis 15 Prozent mehr Papiermüll als vergleichsweise im November", weiß Ralf de Roja von der AEVG in Graz. Zum Vergleich: Im Dezember des Vorjahres fielen allein in Graz insgesamt 2290 Tonnen Papiermüll an. Das bedeutete den Spitzenwert im Monatsvergleich für das gesamte Jahr. Beim Glas ist die Situation ähnlich. Hier ist das Volumen um acht bis zehn Prozent höher.
Viel Papier. Der Papiermüll stellt eigentlich das größte Problem dar. "Ich kann nur an die Menschen appellieren, die großen Kartons zu zerreißen. Viele schmeißen sie leider einfach als Ganzes in die Container. Die sind dann rasch vollkommen überfüllt", wünscht sich de Roja mehr Disziplin beim Zusammenlegen. Er weiß, wovon er spricht: Der Kübel ist schnell voll, obwohl eigentlich noch genügend Platz wäre. "Es gilt zu Weihnachten einfach mehr Volumen zu bewältigten", pflichtet Astrid Hödl von den Wirtschaftsbetrieben der Stadt Graz bei. Eine andere Möglichkeit wäre, die großen Kartons mit dem restlichen Altpapier zu füllen und erst dann in den roten Container zu werfen, raten die Abfallentsorger.
Normaler Dienst. Sonderschichten der Müllabfuhr sind dennoch kaum notwendig. "Wir fahren ganz normal unsere Fünf-Tage-Woche." Lediglich am Stefanitag wurde eine Extratour eingeschoben, "um vor allem große Innenhöfe in manchen Grazer Wohnsiedlungen abzufahren. Dort fällt eigentlich der größte Papier- und Glasmüll auf einen Sitz an", so de Roja.
Mülltrennen. Aber nicht nur beim Zusammenlegen vermissen die Abfallexperten Disziplin. Auch bei der Mülltrennung, die grundsätzlich ausgezeichnet funktioniert, bleiben zu dieser müllintensiven Jahreszeit Wünsche offen. "Wir sind ja in der Steiermark mit einer Recycling-Quote von 55 bis 60 Pro
zent das gesamte Jahr über praktisch weltweit führend", sagt Wilhelm Himmel von der Abfallwirtschaftsabteilung des Landes Steiermark nicht ohne Stolz. "Aber nach Weihnachten werden die Leute leider etwas schlampiger", mahnt de Roja. Wahrscheinlich sei bei großen Müllmengen die Hemmschwelle, etwas in den falschen Container zu werfen, einfach geringer.
Deshalb noch einmal zur Erinnerung: Infos zum richtigen Mülltrennen gibt's entweder unter Tel. (0 316) 29 66 00 oder im Internet www.aevg.at.
Quelle: Kleine Zeitung, 27.12.2004
Weihnachten lässt die Tonnen platzen
Die Weihnachtszeit bedeutet gleichzeitig Hochsaison für die Müllverwerter. Bis zu 15 Prozent mehr Abfälle müssen entsorgt werden.
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