Berlin - Die deutschen Umwelt- und Verkehrsverbände haben einen Beitrag des internationalen Flugverkehrs zum Klimaschutz gefordert. Es könne nicht angehen, dass das Verkehrsmittel mit der schlechtesten Klimabilanz bisher von jeglichen internationalen Verpflichtungen zum Klimaschutz ausgenommen sei, hieß es in einer am Montag in Berlin veröffentlichten gemeinsamen Pressemitteilung vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Germanwatch, dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Robin Wood. Anlass ist das Kyoto-Protokoll, das am Mittwoch in Kraft treten wird.
Die Verbände forderten die Europäische Kommission auf, einen Vorschlag vorzulegen, der dem Flugverkehr die Kosten für seine Klimaschäden anlaste. "Das kann durch eine flugstreckenbezogene Emissionsabgabe oder die Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel geschehen", hieß in der Erklärung.
Nicht im Protokoll
Das Kyoto-Protokoll sieht solche Maßnahmen bisher nicht vor. In dem Klimaschutzabkommen sind weltweit gültige Obergrenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen festgelegt. Sie werden für den Klimawandel verantwortlich gemacht, allen voran das Kohlendioxid. Ursprünglich verpflichteten sich in dem Protokoll 38 Industrieländer, im Zeitraum von 2008 bis 2012 ihre gemeinsamen Emissionen der wichtigsten Treibhausgase um durchschnittlich 5,2 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken; heute wird allgemein mit einer Senkung um zwei Prozent gerechnet. (APA/AFP)
Quelle: Der Standard, 15.2.2005

