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Grazer Studenten untersuchten die „Energieregion Oststeiermark“


27.06.05

Am Mittwoch wurden in St. Margarethen a.d. Raab die Ergebnisse des dreimonatigen Studenten-Praktikums der Karl Franzens Universität Graz über die „Energieregion Oststeiermark“ präsentiert

Das „Umweltsystemwissenschaften“ - Praktikum mit dem Titel „Regionalentwicklung mit Schwerpunkt Erneuerbare
Energie am Beispiel Energieregion Oststeiermark“ wurde in Kooperation mit dem laufenden Projekt „Energieregion Oststeiermark“ durchgeführt.
Erwin Stubenschrott, Geschäftsführer der Firma KWB – Kraft und Wärme aus
Biomasse – begrüßte über 20 Umweltsystemwissenschaften-Studenten, die Projektpartner des Projektes „Energieregion Oststeiermark“ und eine Reihe von Persönlichkeiten aus der Oststeiermark, darunter auch BH Dr. Wilhelm Plauder. LAbg. Franz Majcen, Vorsitzender des Regionalmanagement Oststeiermark, das Projektträger ist, erklärte, dass die Region zwei Bereiche konzentriert betreiben will „Tourismus“ und „Erneuerbare Energie Oststeiermark“ – beide gelten als starke Entwicklungsfelder für die Zukunft.
Das bis Ende 2006 laufende Projekt „Energieregion Oststeiermark“, an dem bereits in der Anfangsphase über 13 regionale Partner beteiligt sind, wird vom Ressort Energie der steirischen Landesregierung unterstützt.

Christian Luttenberger, Projektleiter der Energieregion, erklärte den Zusammenhang zwischen Projekt und Praktikum. Um die Zielsetzung, die Oststeiermark zur europäischen Musterregion für Erneuerbare Energie – zur „Energieregion Oststeiermark“ zu machen - bedarf es auch überregionaler Kooperationen. Die Möglichkeit, als Lehrbeauftragter am Praktikum mitzuarbeiten, griff er gerne auf.

Kompetente und anders denkende Menschen sind ausschlaggebender Faktor

Die Präsentation zeigte interessante Ergebnisse: Heimo Ulz untersuchte mit seiner Gruppe die „Energieregion Oststeiermark“ mit einem Aufsehen erregenden systemischen Ansatz und erkannte den Faktor „kompetente und alternativ denkende Menschen“ als ausschlaggebend für die bisherige und die künftige Entwicklung zur Vorzeigeregion.

Die Gruppe von Florian Stadtschreiber und Anna Mayerthaler war in den Feldbacher Gemeinden Raabau und Lödersdorf unterwegs und befragte Personen zu künftigen Energieszenarien. Präferenzen für kleine Anlagen und Wahlmöglichkeit zwischen Stromanbietern wurden besonders oft genannt. Nora Niemetz und ihre Kollegen befragten im Bezirk Weiz Schüler, Privatpersonen und Bürgermeister zum Thema „Erneuerbare Energie“. Das Ergebnis: Im Unterrichtsstoff der Schulen kommt der Themenbereich nur in Einzelfällen vor und mit dem Begriff „Erneuerbare Energie“ können auch die weiteren Befragten nur sehr wenig anfangen, so wird gelegentlich auch „Rohöl“ dazu gerechnet. Wenn dies passiert kann nur folgender Schluß gezogen werden: Der Bedarf an grundlegender Information zur Erneuerbaren
Energie Oststeiermark“ ist groß! Denise Strohmaier hat gerade durch das Praktikum hier „viele Argumente für Erneuerbare Energie erfahren und begreifen gelernt“, wie sie sagt.

Mit dem Thema „Bewusstseinsbildung für Lehrlinge“ beschäftigte sich die 4. Gruppe rund um Tanja Kremser und Arnold Burtscher. Sie konzipierten einen Ideenwettbewerb für Lehrlinge, der bereits konkretes Interesse bei der Wirtschaftskammer, und den Projektbetreiber der Energieregion auslöste und umgesetzt werden soll. Beginn ist im Herbst 2005 geplant – teilnehmende Betriebe werden gesucht!

100% Erneuerbare Energie ist in der Energieregion möglich

In der abschließenden Diskussion – moderiert durch Mag.a Sirit Kostron, bekannt als Initiatorin der „Energieschaustraße“, ging es um die Frage, ob die Region sich mit heimischer Erneuerbarer
Energie versorgen könne. Die Antworten waren deutlich: Horst Fidlschuster, Geschäftsführer des Regionalmanagements, sieht kein Problem damit, die derzeitigen 25% auf 100% zu erhöhen, wenn nur beginnen wird, umzudenken. Er hob hervorl, dass nach wie vor Atomkraft höher gefördert werde als Erneuerbare Energie. Er setzt auf den „Schneeballeffekt“, durch breite Bewusstseinsbildung und Motivation durch Entscheidungsträger, wie Bürgermeister es sind. Diese fordern, dass „Erneuerbare Energie“ gar kein Thema mehr sein dürfe- für sie ist der Weg schon klar, wie aus der Präsentation ebenfalls hervorging. Erwin Stubenschrott meinte, es sei ein Märchen, wenn gewisse Gruppierungen behaupten, es gäbe zu wenig Rohstoffe dafür. Die Sonne schickt 1000fach mehr Energie auf die Erde als wir verbrauchen können, 40 Millionen Hektar Brachefläche in der EU stehen bereit, 3 Millionen Tonnen Olivenkerne pro Jahr allein in Spanien und bei uns wächst der Wald zu, zählte er nur einige schlagkräftige Argumente dafür auf.
Erwin Kaltenegger, Themenkoordinator für „Energieoptimiertes Bauen“ in der Energieregion, bekräftigte: „3 Tage Sonneneinstrahlung haben den gleichen Energieinhalt wie die gesamten Erdölvorkommen unserer Erde“.

Als Beispiel dafür, wie es Gemeinden schaffen können, steht St. Margarethen a. d. Raab. Es ist durch Wasserkraftwerke an der Raab und eine Biogasanlage im Bereich
Elektrizität bereits energieautark. Der Margarethener Bürgermeister Johann Glettler forderte von seinen Kollegen, jede Initiative für Erneuerbare Energie zu unterstützen - und meinte das ginge durch Bewusstseinsbildung fast kostenlos!
Florian Stadtschreiber, einer der Studenten meinte: „Ich sehe „Erneuerbare Energie auch als ein soziales Instrument zur Stärkung der regionalen Identität!“ Dazu trug er ein Statement aus den Befragungen in Raabau vor: „Erneuerbare Energie schafft Unabhängigkeit und Unabhängigkeit schafft Frieden“.

Quelle:
Ökonews, 25.6.2005


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