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Greenpeace macht Dampf für Biomasse

Wochenlang wurde geprobt, ehe am Dienstag das Voitsberger Kraftwerk gestürmt wurde. Ziel ist der Erhalt und eine Umrüstung auf Biomasse


13.07.05

9.55 Uhr: Langsam rollt der Autokonvoi vom Kreisverkehr Richtung Kraftwerk. Auf dem Besucherparkplatz tummeln sich bereits Vertreter diverser Medien, die rechtzeitig über die Greenpeace-Aktion informiert worden waren. Einige der rund 30 Aktivisten ziehen sich ihre Kletterkleidung an, dann wird der Startschuss gegeben. Alle stürmen Richtung Werkseingang. Niemand hält die Leute in den knallgelben Jacken auf, die Portiersloge ist nicht besetzt. Ruhig und in wenigen Minuten ist das Werk "gestürmt", die Aktivisten sind auf den Leitern und klettern auf das mittlere Gebäude. Die Kollegen vom "Bodenpersonal" entleeren inzwischen einen Leih-Lkw, in dem sich Säcke befinden. "Mit Biomasse, die haben wir für die notwendige Umrüstung bereits mitgebracht." Sack für Sack wird im Bereich der Einfahrt platziert. Ein- und ausfahrende Autos werden nicht behindert. Im Unternehmen rührt sich vorerst nicht viel. Ein Mitarbeiter schaut heraus, geht wortlos wieder weg.

10.30 Uhr: Jubelmeldung aus dem "mobilen Büro" von Pressesprecher Franko Petri: "Gusenbauer hat reagiert. Er unterstützt unsere Pläne." Ein anderer murmelt: "Das wird der nächste Kanzler." Oben wird langsam das Transparent entrollt: "Stop CO2. Biomasse statt Kohle" ist in großen Lettern zu lesen. Eine Minute später fährt das erste Polizeiauto vor. Die Beamten reden mit Mitarbeitern bis Nachschub kommt. "Vielleicht von der Cobra", mutmaßen Journalisten. "Die schütteln schon die Pfefferspraydose", glaubt ein Kameramann.

11.40 Uhr: Hektische Telefonate und Beratungen. Die Polizisten machen Fotos, dann gehen sie zu den Greenpeace-Vertretern und nehmen deren Personalien auf. Ausweise werden gezückt, daneben Jausenbrote gestrichen. "Es handelt sich um eine Demonstration, die nicht angemeldet war. Das ist alles. Daher werden wir auch nichts weiter machen", so Inspektor Adolf Magg von der Polizeiinspektion Voitsberg. Danach wartet man auf politische Reaktionen. 15 Uhr beim Abzug: "Positiv reagierten Gusenbauer, die Grünen und Angestellte vor Ort. Nur Waltraud Klasnic schweigt noch immer", kritisiert Petri. 

Quelle: Kleine Zeitung, 12.7.2005, ANDREA KRATZER


Bild: Kleine Zeitung
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