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Erste solare Kühlanlage in Bayern eingeweiht

Anlage wir zwei Jahre lang intensiv vermessen, um Machbarkeit aufzuzeigen


14.07.05

Auf dem Dach des Service Centers GVZ (Güterverkehrszentrum Ingolstadt) der IFG Ingolstadt GmbH haben heute das Kompetenzzentrum Solartechnik der Fachhochschule Ingolstadt gemeinsam mit der IFG Ingolstadt GmbH, dem Architektur- und Ingenieurbüro pbb und der Conergy AG die erste solare Kühlanlage ihrer Art in Bayern eingeweiht. Vor zahlreichen Gästen hat Albert Wittmann, Bürgermeister der Stadt Ingolstadt heute die Solarthermische Anlage offiziell in Betrieb genommen.

50 Flachkollektoren vom Typ Conergy F 6000 treiben ab sofort die neue solare Kühlungsanlage an, die ihre
Energie aus der Sonne bezieht. Ein Stockwerk des Gebäudes wird als Hotel mit 70 Betten genutzt. Das Warmwasser für die Gäste wird ebenfalls ganzjährig über die solarthermische Anlage gewonnen. Das Projekt wurde von dem Architektur- und Ingenieurbüro pbb gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Solartechnik der Fachhochschule Ingolstadt und dem Bauherrn, der IFG Ingolstadt GmbH, initiiert. Nach der Einweihung wird die Anlage über zwei Jahre intensiv vom Kompetenzzentrum Solartechnik vermessen, um die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit solarer Klimatisierung auch in unseren Breitengraden aufzuzeigen. Das richtungweisende Pilotprojekt wird auch vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz unterstützt.

Herkömmliche
Klimaanlagen und Kühlgeräte nutzen elektrische Kompressoren, deren Energiebedarf bei wärmerer Umgebungsluft überdurchschnittlich steigt. Die innovative Idee der solaren Kühlung besteht darin, den Verursacher der hohen Temperaturen als Antrieb für Kältemaschinen zu nutzen: Die Sonne selbst. Der Kühlbedarf steigt und fällt nahezu zeitgleich mit dem Angebot an Sonnenenergie. Mit solarer Kühlung wird dieser Effekt genutzt, um Strom zu sparen und den CO2-Ausstoß zu verringern. Effiziente solarthermische Systeme reduzieren die Stromkosten für die Gebäudeklimatisierung um mindestens 40 bis 70 Prozent. Zusätzlich kann die Solarwärme ganzjährig zur Warmwasserzubereitung und an kalten Tagen zur Heizungsunterstützung genutzt werden.

Das Thema Kühlung gewinnt nicht zuletzt wegen der globalen Erwärmung weltweit an Bedeutung. Auch steigende Komfortansprüche lassen den Bedarf für Klimatisierung weltweit stetig wachsen. In Städten wie Houston, Sydney, Madrid und Rom sind beispielsweise bereits heute nahezu sämtliche Gebäude vollklimatisiert. Auch in Deutschland wird bereits die Hälfte der größeren Büroneubauten mit Klimaanlagen ausgerüstet, Tendenz stark steigend. In immer mehr Ländern führt dieser Anstieg immer häufiger zur Überlastung und letztlich zum Zusammenbruch des Stromnetzes. „Solare Kühlung verspricht weltweit enormes Potential zur Stromeinsparung. Wir werden das in Deutschland vorhandene Know-how nutzen, um diese Zukunftstechnologie auch für südliche Länder nutzbar zu machen“, meint Dr. Edmund Stassen, Vorstand der Conergy AG aus Hamburg. Solarthermische Systemlösungen wandeln Sonnenwärme in Energie um, die an warmen Tagen zur Raumklimatisierung und an kühlen Tagen zur Heizungsunterstützung zur Verfügung steht.

Quelle:
Ökonews, 13.7.2005 [holler]


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