Zwei frisch sanierte Häuser der Freiburger Stadtbau GmbH in der Rislerstraße in Haslach setzen innovative Maßstäbe. Die beiden Gebäude aus dem Jahr 1961 benötigen jetzt 50 beziehungsweise 33 Prozent weniger Energie als vergleichbare Neubauten. Das Projekt ist Teil des bundesweiten Modellvorhabens "Niedrigenergiehaus im Bestand" der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und wurde vor kurzem vorgestellt.
Ziel ist, den Einsatz energiesparender und wirtschaftlicher Technik bei der Gebäudesanierung zu erproben. Die Freiburger Stadtbau setzte vor allem auf optimale Dämmung, Wärmeschutzverglasung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, optimierte Heizsysteme sowie Solarkollektoren für die Erwärmung des Wassers. Um mehr Erfahrungen zu sammeln, wurden zwei unterschiedliche Modernisierungsstandards realisiert. So sank der Energiebedarf in der Rislerstraße 7-13 um 80 Prozent auf jährlich 59 kWh pro Quadratemeter; in der Rislerstraße 1-5 sogar um 87 Prozent auf jährlich 39 kWh pro Quadratmeter.
"Dieser Erfolg soll Vorbild sein für die ganze Region", so Felicitas Kraus von der dena. "Denn energetisches Sanieren senkt nicht nur die Heizkosten. Es erhöht auch den Wohnkomfort, steigert den Wert einer Immobilie und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. In den nächsten 20 Jahren müssen in Deutschland voraussichtlich 50 Prozent des Wohnungsbestandes erneuert werden. Darin steckt ein enormes Potenzial."
Im Zuge der Sanierungen wurden neue und wesentlich größere Balkone angebaut. Gleichzeitig wurde die Möglichkeit geschaffen, Bad und Küche im Falle eines Mieterwechsels zu erweitern. Insgesamt wurden 42 Wohneinheiten modernisiert. Dr. Fred Gresens, technischer Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau GmbH: "Unsere Erfahrungen sind sehr positiv. Den Mietern bieten wir modernen Komfort mit deutlich geringeren Energiekosten. Den Experten liefern wir richtungsweisende Praxisbeispiele. Und der Öffentlichkeit zeigen wir, wie Bauwirtschaft und Hauseigentümer zur Reduzierung der klimaschädlichen CO2-Emissionen beitragen können."
Insgesamt nehmen bereits 21 Wohnungsbaugesellschaften in ganz Deutschland am Modellvorhaben "Niedrigenergiehaus im Bestand" teil. Um über 100 weitere vorbildliche Sanierungen auf den Weg zu bringen, startete die dena Anfang Mai eine zweite Projektphase. Teilnehmen können alle Gebäudeeigentümer von der Wohnungsbaugesellschaft bis zum Einfamilienhausbesitzer, deren Gebäude vor 1979 errichtet wurden. Sie erhalten von der KfW Bankengruppe neben einer Basisförderung aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm zusätzliche zinsgünstige Darlehen als Modellförderung in Höhe von 50 bis maximal 250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.
Weitere Informationen und Antragsunterlagen zum dena-Modellvorhaben sowie regionale Ansprechpartner unter: www.neh-im-bestand.de
Quelle: oekonews.at, [holler], 18.07.2005
