Nach Fertigstellung der Fassaden und Installation der Haustechnik stehen die beiden klima:aktiv Musterhäuser kurz vor der Fertigstellung. Mit den beiden Musterhäusern, einem Massiv- und einem Fertighaus, sollen neue Wege für Klimaschutz, Lebensqualität und Wohnkomfort aufgezeigt werden. "Sie sollen allen HäuslbauerInnen und der gesamten Baubranche eine wichtige Orientierungshilfe für die ökologische und klimafreundliche Gestaltung von Häusern bieten", so Umweltminister Pröll bei der Besichtigung des klima:aktiv Musterhauses in Wien.
Der Abschluss der Projektphase der klima:aktiv Musterhäuser ist gleichzeitig der Auftakt für ein mehrjähriges Programm "klima:aktiv Haus". Die beiden Musterhäuser sind der Startschuss für eine breit angelegte Information zum Thema Klimaschutz und Ökologie am Bau.
Ende August 2005 startet das Lebensministerium das Programm "klima:aktiv Haus" zur Stärkung der ökologischen Bauweise. Ziel ist, dass in Zukunft immer mehr Häuser klima:aktiv gebaut werden. Auch die Bundesländer haben sich verpflichtet, ihre Wohnbauförderungsprogramme nach den Kriterien des Klimaschutzes auszurichten. Mit den Musterhäusern soll aufgezeigt werden, wie zu vernünftigen Konditionen entsprechend gebaut werden kann.
80 Firmen als Netzwerk
Mit der Wienerberger-MassivWertHaus-Gruppe, vertreten durch AUST-Bau aus dem niederösterreichischen Großkrut, und dem Fertighausanbieter HARTL Haus haben zwei innovative und kompetente Partner die professionelle Bauabwicklung übernommen. Insgesamt tragen nicht weniger als 80 Industriebetriebe und gewerbliche Partner mit Komponentenlieferung, Baumaterial und Bauausführung zum Erfolg des Musterhausprojektes bei.
Baufortschritt Massivhaus
Der Energiebedarf des klima:aktiv Musterhauses in Tulln ist durch hohe Dämmstärken, Passivhausfenster, eine luftdichte Gebäudehülle und Wärmerückgewinnung aus der Abluft grundsätzlich schon sehr gering. Auf dem Dach wurden Sonnenkollektoren inklusive einer Photovoltaik-Anlage, installiert. Damit können rund 65 bis 70 Prozent des jährlichen Warmwasserbedarfes und ein Teil des Strombedarfs gedeckt werden. Für ein behagliches Wohnklima sorgt eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung, die mit einer Kleinstwärmepumpe gleichzeitig Energie für die Fußboden- und Wandheizung liefert. Die Fassade mit 30 cm Korkdämmung wird derzeit fertiggestellt. Die Gestaltung des Grünraumes und der Einbau einer Regenwassernutzungsanlage runden das ökologische Gesamtkonzept ab.
Baufortschritt Fertighaus
Auch hier sorgt eine Komfortlüftung für Wohlbefinden. Beim Innenausbau wurde darauf geachtet, dass an den Innenflächen nur lösemittelfreie bzw. schadstoffarme Materialien zum EInsatz kommen. Auch manche Standard-Baumaterialien, wie Fermacell Platten und Trockenestriche erfüllen diese Anforderungen. Einfache, durchdachte Lösungen beim Bau des Hauses und bei der Haustechnik, überschaubare Regelsysteme und intelligente Systeme - wie ein BUS System - bieten hohen Nutzungskomfort rund um die Uhr. Sonnenenergie wird auch "passiv" genützt. Durch die großzügig ausgelegten, hochwärmegedämmten Südfenster kann die flache Wintersonne die Innenräume mit Wärme und Licht durchfluten. Im Sommer verhindert eine Beschattung die Überwärmung der Innenräume. Die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem aus Holzfaserdämmplatten wurde bereits fertig gestellt.
Quelle: Ökonews, 28.7.2005 [holler]
klima:aktiv Musterhäuser fast fertig
Zwei Familien wohnen bald ökologisch und gleichzeitig klimafreundlich
29.07.05
