Mit dem ersten Schritt zur Beimischungspflicht von Biokraftstoffen ist der Markt endgültig aufgewacht. Ab 1. Oktober müssen in Österreich zunächst 2,5 Prozent der Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen beigemischt werden. Dazu werden wie berichtet drei größere Anlagen gebaut. Die Vorreiterrolle der EU bei der Beimischungspflicht hat aber den ganzen Weltmarkt in Bewegung gebracht, so Wilhelm Hammer, Geschäftsführer des Anlagenbauers Biodiesel-International (BDI) in Grambach bei Graz.
Aufträge. Sein Unternehmen hat allein seit Jahresbeginn Aufträge für fünf neue Anlagen mit zusammen mehr als 200.000 Jahrestonnen Kapazität bekommen oder so gut wie erhalten. Die Gesamtsumme dieser Aufträge beträgt mehr als 100 Millionen Euro, davon bleibt etwa die Hälfte an Wertschöpfung in Österreich. Die von BDI weltweit installierte Biodiesel-Kapazität wird sich damit mehr als verdoppeln.
Warum teurer? Ein Rätsel ist für Hammer, warum mit Biokraftstoff vermischter Diesel teurer als normaler "Saft" sein soll. Denn Biodiesel ist wegen der hohen Ölpreise derzeit spürbar billiger als Mineraldiesel. Bei der Beimischung wird zudem eine Senkung der Mineralölsteuer um 0,5 Prozent wirksam. Die Ölkonzerne wie BP argumentieren aber, die Beimischung sei wegen der Logistik und Lagerhaltung teuer, Mischdiesel werde voraussichtlich um 1,7 Cent pro Liter teurer sein als jetziger normaler Kraftstoff. Die staatliche Energieagentur EVA und Landwirtschaftsminister Josef Pröll wiederum rechnen mit keiner Preiserhöhung durch den Biodiesel.
Quelle: Kleine Zeitung, 16.8.2005 / Johannes Kübeck
Der Biodieselmarkt boomt
Steirischer Anlagenbauer BDI hat volle Auftragsbücher. Rätsel, warum Beimischung von billigem Biodiesel den Kraftstoffpreis erhöht
16.08.05
