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Regionale Energiegewinnung – nachhaltiger Wirtschaftsturbo für Gemeinden

Erscheinung und Auswirkung natürlicher Energieressourcen und neuer Energiequellen auf die Entwicklung der Gemeinden


17.08.05

Aus einem Vortrag anläßlich der Bavaria Sommerakademie für Urbanistik/ Szombathely/Ungarn

Die Welt steht an einer Wende und die Gemeinden bzw. Regionen mit ihr. Ausgehend von der Weltklimakonferenz von Kyoto Mitte der neunziger Jahre entwickelten sich durch den Aufschwung der alternativen Energien zwei Energiewirklichkeiten, die sich aufgrund ihres Ansatzes radikal unterscheiden:

das globalisierte Energieausbeutungsmodell
das regionale Energiegewinnungsmodell

Das erstgenannte Modell befindet sich in einer veritablen Krise, deren Auswirkungen wir in stetig steigenden Energiepreisen und in den immer augenscheinlicher werdenden Klima-veränderungen täglich hautnah erleben. Ursachen für diese Entwicklung sieht Ernst Scheiber in der Unzulänglichkeit des bestehenden Energiesystems aufgrund der Endlichkeit der fossil/ atomaren Ressourcen, der Eindimensionalität der Energiemärkte, der unsicheren Versorgung sowie der drohenden Umweltkatastrophe.

Ganz anders das regionale Energiegewinnungsmodell. Wie der Name schon sagt, werden nicht
Ressourcen verbraucht, sondern Nachwachsende Rohstoffe sowie regional verfügbare Quellen zur Energiegewinnung herangezogen. Die in dezentralen Strukturen erzeugte Energie ist CO2-neutral, nachhaltig und mehr als ausreichend verfügbar – sie liefert darüber hinaus einen wertvollen Beitrag zur Absicherung unseres Gemeinwohls. Denn im Gegensatz zum bisherigen, veralterten Energiesystem fließen die finanziellen Aufwendungen für Energie beispielsweise nicht in die krisengeschüttelten Ölförderländer ab, sondern bleiben in der heimischen Volkswirtschaft, in den regionalen Wirtschaftkreisläufen.

Anhand dreier Gemeinden bzw. Regionen – Güssing, Mureck und Morbach (D) – zeigt Scheiber auf, welche Chancen sich den Kommunen bieten, welche enormen Potenziale entstehen, wenn mit dem Energiethema verantwortungsvoll und vorausschauend umgegangen wird. So konnten zum Beispiel in Güssing, vormals einer der ärmsten Bezirke Österreichs, durch das Umsetzen der Vision einer energieautarken Region, mehr als 50 Betriebe mit rund 500 Arbeitsplätzen entstehen.

Energiepolitik wird zur Schlüsselfrage unserer Gesellschaft. Gemeinden und Regionen, die bereits jetzt nach Alternativen suchen und daraus abgeleitete Projekte auch umsetzen, sichern sich immense Vorteile. Eines muss abschließend klar festgehalten werden: Je länger wir dem globalisierten Energieausbeutungsmodell folgen, umso schmerzlicher werden die Einschnitte sein, die vorgenommen werden müssen. Derzeit können wir uns noch entscheiden, wir können den Übergang von dem einen in das andere Modell selber gestalten. Fragt sich nur, wie lange noch?

Quelle:
Ökonews, 17.8.2005 / Autor: [eMail]Prof. Dkfm. Ernst Scheiber [ GastautorIn ]


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