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Ludwig Sik: „Öko-Cluster soll konkrete Formen annehmen“

GF Dr. Ludwig Sik: „Die Plattform soll Strukturen und Strategien für die Formierung des Öko-Clusters anbieten.“








Seit Anfang dieses Jahres firmiert die steirische Ökotechnikplattform „Eco & Co“ offiziell unter dem zungenbrecherischen Titel „Umwelttechnik Netzwerkbetriebs GesmbH“ und steht unter neuer Leitung. Mit Dr. Ludwig Sik, dem Geschäftsführer von Eco & Co, sprach Josef Schiffer von KORSO beim Eco & Co-Firmentreffen in den kürzlich eingeweihten Büroräumen über die vor ihm liegenden Aufgaben.



Wie kam es zu Ihrer Bestellung zum neuen Geschäftsführer von Eco & Co und wodurch sind Sie für diese Aufgabe besonders prädestiniert?


Mir wurde sehr kurzfristig – Mitte Dezember – von Burkhard Kaltenbeck vom SFG (Steirische Wirtschaftsförderung) das Angebot unterbreitet, Eco & Co zu führen. Nach kurzem Überlegen – mein Vertrag als Vorstandsdirektor der Hypo Steiermark lief mit Ende des Jahres aus – entschloss ich mich diese Herausforderung anzunehmen. Meine langjährige Erfahrung als „Clusterspezialist“ hat sicher den Ausschlag dafür gegeben. Ich war von der Gründung der SFG 1991 bis 1998 als deren Geschäftsführer tätig. Damals habe ich die Notwendigkeit für die Steiermark erkannt, sich vom Grundstoffindustrie-Image zu verabschieden. Es war durch die beschleunigten Veränderungen (EU-Beitritt, Öffnung des Ostens) Zeit geworden, zukunftsträchtigere Stärkefelder zu definieren. Mitte der 90er Jahre habe ich die Idee für den „Autocluster“ geboren, die 1996 vom damaligen Landesrat Paierl aufgegriffen und mit großem Erfolg umgesetzt wurde.



Welche Rolle soll Eco & Co in Hinblick auf den geplanten steirischen Ökocluster spielen?


Von Seiten der Landespolitik gibt es die Vorgabe, die Etablierung des Ökoclusters konsequent voranzutreiben; um den Prozess zu beschleunigen, wurde auch ein adäquates Budget in Aussicht gestellt. Der potenzielle Cluster soll durch die Vernetzung der Unternehmen endlich konkrete Form annehmen. Das Ziel von Eco & Co ist es, Strukturen anzubieten und Strategien für den Cluster-Aufbau nach dem Modell der SFG zu entwerfen. Die Aufgabe unseres Teams ist darüber hinaus die Weiterbetreuung dessen, was durch das Trigon-Projekt in den letzten Jahren auf die Beine gestellt wurde. Dazu bedarf es dringend einer Nachjustierung unseres Serviceangebots für die mittlerweile über 700 Mitglieder unserer Plattform.



Welche konkreten Schritte sind im laufenden Jahr geplant?


Nach dem Bezug des neuen Objekts, das durch ein Heizungs- und Kühlsystem auf Basis Erdwärme/Tiefbohrungen höchsten ökologischen Ansprüchen Rechnung trägt, steht die Weiterführung unserer Veranstaltungen im Vordergrund, v.a. der Fast Forward Success-Reihe und der Eco & Co-Firmentreffen (Termine auf der Homepage). Besonders freut es mich, dass beim diesjährigen „Fast Forward Award“, dem größten Innovationspreis Österreichs, erstmals ein Sonderpreis auf dem Gebiet der Ökotechnologie verliehen wird. Ein zusätzlicher Impuls ist auch von der Technologiemesse TOPTEC Styria zu erwarten, die vom 8. bis 10. Juni im Messecenter Graz abgehalten wird.


Neues aus der Unternehmenspraxis
Beim Firmentreffen im Impulszentrum Graz-West war nicht nur Zeit für interessante Berichte aus der Praxis, sondern auch für Diskussionen und Fachgespräche. Ing. Gerhard Agrinz referierte über die 500-KW-Biogasanlage in St. Margarethen am Moos (NÖ), die mit einem Investitionsvolumen von 2,7 Mio Euro errichtet wurde. Die erst kürzlich eröffnete Anlage läuft parallel mit aus Gülle und nachwachsenden Rohstoffen (Mais, Sudangras) gewonnenem Biogas und versorgt neben der jährlichen Erzeugung von ca. 3,8 Mio KWh elektrischen Strom 23 Objekte in der Umgebung mit Fernwärme.


Passend dazu berichtete Mag. Nikolaus Weran im Anschluss daran über eine neue Entwicklung der Ipus GmbH zur chemischen Schnellanalyse für Gülle und Gärprodukte aus Biomasse. „Nanobags“ ermöglichen den Versand von Proben mit Hilfe einer speziell entwickelten mineralischen Trägersubstanz. Diese Methode bietet nicht nur eine hygienische, sondern auch eine im Vergleich kostengünstige Methode, die für die Prozesssteuerung von Biogasanlagen oder die Ermittlung von Düngerqualitäten hilfreich sein kann.


Den an Popularität gewinnenden Trend zur „energieautarken Gemeinde“ skizzierte Ing. Leo Riebenbauer am Beispiel des Biomassekraftwerkes Kroatisch Minihof, das mit Partnerunternehmen aus der Steiermark gebaut wurde. Die KWK-Anlage versorgt etwa 100 Haushalte mit Fernwärme; mit der überschüssigen Energie beheizte Folientunnels ermöglichen den Anbau von Himbeeren auch im Winter. Das Zukunftsthema „Erzeugung von Treibstoff aus Pflanzenöl“ sorgte für eine rege Diskussion mit dem Auditorium.


Last, but not least präsentierte Dr. Heinz-Peter Wallner sein Buch „Erfolg mit der Business Agenda21“, dessen zentrale These besagt, dass „der derzeit stattfindende unaufhaltsame Wandel des Weltbildes“ neben krisenhaften Entwicklungen auch Chancen für Unternehmen mit sich bringt. Der Business-Ratgeber gibt Hilfestellungen für die weit verbreitete „Zielkrise“, indem er übersichtlich Strategie-Portfolios aufzeigt, mit deren Hilfe der Balanceakt zwischen den Bedürfnissen von Menschen, Wirtschaft und Natur gemeistert werden kann.


– js –


Infos: Umwelttechnik Netzwerkbetriebs GmbH, Impulszentrum GrazWest, Reininghausstraße 13, A-8020 Graz
T +43 / 316 / 40 77 44 | F +43 / 316 / 40 77 44-4 | M office@ecoundco.at | http://www.ecoundco.at | http://www.oekotechnik.at

 
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