Seit Dezember des Vorjahres ist das Projekt "Energieregion Oststeiermark", mit dem sich die fünf Bezirke Feldbach, Fürstenfeld, Hartberg, Radkersburg und Weiz als die europäischen Musterregion für erneuerbare Energie etablieren wollen, auf Schiene. Derzeit tingelt das Projektteam rund um Leiter Christian Luttenberger vom EU-Regionalmanagement Oststeiermark quer durch die Region, um die fünf "Stärkefelder" des auf Nachhaltigkeit basierenden Vorhabens der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Interesse ist gegeben
Eines dieser Stärkefelder ist Biogas, zu dem die Expertenrunde gestern in Mureck bei einem Pionier der erneuerbaren Energie Station machte. Nämlich bei Karl Totter, Chef der Bioenergiefirma SEEG, die erst im März eine neue Biogasanlage in Betrieb nahm. "Mit der Bioenergie setzen wir auf das richtige Pferd und entsprechen auch voll dem Interesse unserer Kunden", glaubt Totter. Dass sich ein Murecker Haushalt mit 130 Quadratmetern Wohnfläche durch das Nahwärmenetz der SEEG bereits jetzt rund 700 Euro pro Jahr gegenüber einer Ölheizung erspare, sei Beweis genug und müsse auch langfristiges Ziel für die gesamte Energieregion sein.
Unabhängigkeit
Auch in punkto Unabhängigkeit wollen sich die Projektverantwortlichen ein Vorbild an Mureck nehmen. Während in der gesamten Oststeiermark nur rund 25 Prozent des Energiebedarfes durch erneuerbare Energie gedeckt sind, liegt der Prozentsatz in Mureck bei 140 Prozent. "Ölkrisen lassen uns da völlig kalt", so Totter.
Neue Arbeitsplätze
Neben wesentlichen "Begleiterscheinungen" wie Kostensenkung, Unabhängigkeit und Verminderung von Emissionen will sich die Energieregion bis 2015 vor allem zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor entwickeln. "Mir schwebt ein Energiecluster vor, in den auch Schulen und andere Betriebe eingebunden sind. Mit dem Ziel neue Arbeitsplätze zu schaffen", blickt Landtagsabgeordneter Anton Gangl optimistisch in die Zukunft.
Die Energieregion
Fünf Bezirke haben sich zur Energieregion Oststeiermark zusammengeschlossen.
Die fünf Stärkefelder sind Biogas, Biomasse, energieoptimiertes Bauen, Pflanzenöl und Mobilität sowie Solarthermie und Photovoltaik.
22 der 38 steirischen Biogasanlagen stehen in der Region.
Im Schnitt erzeugt eine Biogasanlage rund 500 Kilowatt-Stunden. Das reicht für 300 bis 500 Haushalte.
Quelle: Kleine Zeitung, Robert Lenhard, 7.7.2005
Energieregion: "Ölkrisen lassen uns kalt"
"Energieregion Oststeiermark" will durch Ausbau erneuerbarer Energie unabhängig werden. Und nebenbei auch neue Arbeitsplätze schaffen
