Ein guter Start ins neue Jahr: Andritz fährt einen Grossauftrag in russischen Teilrepublik Komi ein: Für Mondi wird ein Zellstoffwerk ausgebaut. Unter anderem werden die weltgrössten Hackmaschinen geliefert.
Der Grazer Technologiekonzern Andritz hat von der Zellstoff- und Papierfabrik Mondi Syktyvkar, Republik Komi, Russland, einen Grossauftrag erhalten: Geliefert wird ein Rückgewinnungskessel, eine Eindampfanlage und ein Holzplatzes. Ausserdem wird die bestehende Faserlinie umgebaut. Der Auftragswert für ein solches Projekt liegt typischerweise bei 100 bis 130 Millionen €, heisst es bei Andritz.
Mit dem modernen Rückgewinnungskessel (Kapazität: 3560 Tagestonnen), der auch mit einer Verbrennung für geruchsbelastete Gase ausgestattet ist, wird die Stromerzeugung maximiert; damit wird die kostengünstige Stromversorgung des Werks sichergestellt und gleichzeitig auch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet.
Im Lieferumfang sind auch eine Eindampfanlage und ein Kondensatabscheider enthalten. Die sechsstufige Eindampfanlage kann 550 Tonnen Wasser pro Stunde eindampfen. Der Trockengehalt des Endprodukts liegt bei etwa 75%. Das gesamte Kondensat wird abgeschieden und im Zellstoffwerk wiederverwertet. Im Kondensatabscheider wird das methanolreiche Kondensat aus den neuen und den bestehenden Eindampfern gereinigt. Das auf diese Weise gewonnene Methanol wird in einer neuen Anlage zu flüssigem Methanolkraftstoff verarbeitet.
Der Holzplatz ist für eine Jahresproduktion von 875.000 Tonnen Zellstoff ausgelegt und umfasst zwei Entrindungslinien mit der größten Kapazität weltweit. Die Hackmaschinen sind die größten weltweit; sie haben einen Scheibendurchmesser von 3,87 m und sind mit 18 Messern bestückt.
Mondi investiert insgesamt mehr als eine halbe Milliarde € in Syktyvkar. Für den finnischen Andritz-Konkurrenten Metso fällt dabei ebenfalls ein Auftrag ab - die Erneurung eines Laugenkessels um 23 Millionen €.
Quelle: wirtschaftsblatt.at [Leo Himmelbauer] / 08.01.2008, 08:08
Zum Original-Artikel gelangen Sie HIER.
Andritz macht in Syktyvkar das Rennen - Auftrag bringt mehr als 100 Millionen €
10.01.08
