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Andritz liebt Indien, Russland erst recht


20.12.07

Anlagen für zwei Wasserkraftwerke in Indien bringen Andritz 210 Millionen € Umsatz. In Russland bahnen sich indes zwei Grossaufträge für Zellstoff- Fabriken an.

Der Grazer Technologiekonzern Andritz meldet für seine zugekaufte Wasserkraftwerks- Sparte VA Tech Hydro zwei neue Grossaufträge. Beide kommen aus Indien, sie haben zusammen ein Volumen von 210 Millionen €. Das Neugeschäft der Hydro dürfte damit heuer auf die Rekordsumme von rund einer Mil liarde € anwachsen.

Für das Wasserkraftwerk Teesta III wird Hydro die komplette elektromechanische Ausrüstung - sechs vertikale Pelton-Maschinensätze mit einer Gesamt-Nennleistung von 1200 MW - liefern. Für ein Teesta-Kraftwerk, das heuer in Betrieb ging, hat Hydro bereits Anlagen geliefert. Der vor drei Jahren gewonnene Auftrag hatte ein Volumen von 40 Millionen €. Für das Wasserkraftwerk Karcham Wangtoo am Fluss Satluj fertigt Hydro vier erosionsbeständige Francisturbinen mit einer Gesamtleistung von 1200 MW. Beide Projekte laufen bis 2011.

Die technische Herausforderung: Sowohl Satluj als auch Teesta führen während der Regenzeit äusserst viel Sand aus dem Himalaya-Gebiet mit, der durch seinen hohen Quarzgehalt schwere Erosionsschäden an den Turbinenteilen verursachen kann. Aus diesem Grund wurde auf erosionsbeständige Lösungen geachtet. Es werden alle wasserberührten Flächen im Bereich der Turbinenlaufräder mit einer keramischen Spezialbeschichtung versehen.

Projekte in Russland

In der Andritz-Hauptsparte, Anlagen für die Zellstoffindustrie, bahnen sich zwei namhafte Aufträge in Russland an. Für Mondi soll ein neues Werk in Syktyvkar um geschätzte 100 Millionen € geliefert werden. Ein wesentlich grösseres Projekt hat am Mittwoch der finnische Konzern UPM Kymmene bekannt gegeben. In Sheksna sollen 1,2 Milliarden € investiert werden - geplant sind ein Zellstoffwerk mit 800.000 Tonnen Jahreskapazität, ein Sägewerk und eine OSB-Platten- Fertigung. UPM, ein Lieblingskunde von Andritz (es gibt ein gemeinsames Joint Venture für Holzgasifizierung), hat für das Grossprojekt einen prominenten Partner: Es ist Oligarch Alexei Mordashov, der neuntreichste Russe. Er kontrolliert unter anderem den Stahlkonzern Serverstal und will ein wenig diversifizieren.


Quelle: wirtschaftsblatt.at [Leo Himmelbauer] / 20.12.2007, 00:17
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